Petra ist das Vermächtnis der Nabatäer, eines geschäftigen arabischen Volsstammes der vor mehr als 2000 Jahren im Süden Jordaniens angesiedelt war. Von einem verbrogenen Stützpunkt aus beherrschten die Nabatäer die Handelsrouten der alten arabischen Welt. Sie erhoben Wegezölle und beschützten karawanen - reich beladen mit Weihrauch und Myrrhe von der arabischen Halbinsel, Gewürzen und Seide aus Indien oder Elfenbein und Fellen aus Arfika.
Auf dem Höhepunkt seiner Macht erstreckte sich das nabatäische Königreich bis Damaskus und schloß Teile der Sinai- und Negevwüste mit ein. So beherrschte es mit fester Hand den größeren teil der alten arabischen Welt. Wegen seiner hochentwickelten Kultur, seiner großartigen Architektur und wegen seines genialen Damm- und Kanalsystems genoß Petra überall hohes Ansehen.
Andererseits jedoch fühlte sich Rom durch seinen zunehmenden Einfluß und steigenden Reichtum in seiner Vormachtstellung bedroht, und so annektierte Kaiser Trajan 106 n. Chr. das nabatäische Königreich und verwandelte es in die römische Provinz Arabien mit der Hauptstadt Petra. Nachdem jedoch die Römer erst einmal die Kontrolle über die Handelsrouten übernommen und sie nach nach Bosra im heutigen Syrien umgeleitet hatten, war Petras Untergang schnell und unabwendbar. Im 16. Jahrhundert schließlich war Petra für die westliche Welt vollkommen in Vergessenheit geraten und verharrte so für die folgenden 300 Jahre.
Bis dann 1812 ein Schweizer Abenteurer namens Johann Burckhardt seinen Beduinenführer überredete, ihn zu der geheimnisvollen verlorenen Stadt zu begleiten. Heimlich machte er Notizen und Zeichnungen und schrieb dann: "Sehr wahrscheinlich sind die Ruinen von wadi Musa die des antiken Petra".Trotz der Entdeckung durch Burckhardt wurden die ersten archäologischen Ausgrabungen jedoch erst 1924 durch die Britische Schule für Archäologie in Jerusalem vorgenommen.
Moderne archäologische Forschungsarbeit von vjordanischen und ausländischen Teams hat seitdem verschiedene Bereiche der Stadt freigelegt und und interessante Einblicke in das Leben ihrer Bewohner eröffnet.